Dank neuartiger Hightech-Fasern aus der deutschen Texilforschung erlebt die Branche der Persönlichen Schutzausrüstungen und Berufsbekleidung derzeit einen enormen Umsatzboom. Diese neuen Materialien werden in Zukunft nicht nur die Arbeit von Feuerwehrmännern, Rettungsdiensten und Bauarbeitern noch sicherer machen, sondern werden zudem auch vor gefährlicher Sonneneinstrahlung schützen. Bereits in naher Zukunft sollen UV-schützende Materialien erstmalig in die Berufsbekleidung eingearbeitet werden.

Unter Berufsbekleidung versteht man im Allgemeinen verschiedene Arten von Kleidung, die bei der Arbeit getragen werden. In Dienstleistungsberufen oder im Bereich der Medizin wird Berufsbekleidung größtenteils aus hygienischen Gründen getragen. In anderen Branchen dient sie vornehmlich dazu, den Beruf kenntlich zu machen, wie zum Beispiel bei Piloten oder Polizisten.

Die Schutzkleidung ist eine besondere Form der Arbeitsbekleidung, die in erster Linie dem Schutz des Körpers während der Arbeit dient. Zur typischen Arbeitsbekleidung eines Bauarbeiters gehören beispielsweise ein Helm, Sicherheitsschuhe, eine Schutzbrille, Arbeitshandschuhe und möglicherweise auch Gehörschutz.

Aufgrund ihrer hohen Qualität wird insbesondere die Sicherheitskleidung aus Deutschland auf der ganzen Welt geschätzt. Die Zahlen vom intex Industrieverband Textil Service e.V. belegen, wie gut sich der Sektor der Berufsbekleidung entwickelt und auf dem Markt gefestigt hat. Allein im Geschäftsjahr 2007/08 konnte die Sparte ein Wachstum des Umsatzes um 85 Prozent verbuchen.

Berufsbekleidung mit UV-Schutz

Mit neuen Materialien will die Textilbranche den Sicherheitsstandart nun noch weiter erhöhen. Die Industrie greift immer weitere Neuerungen auf, die in den insgesamt 16 deutschen Textilforschungsinstituten entwickelt werden und bringt sie bei der Produktion neuer Arbeitsbekleidung zu Anwendung.

Hierzu gehören zum Beispiel neuartige Fasermischungen, die vor glühenden oder ätzenden Chemikalien schützen oder den Menschen vor gefährlichen Schnitten bewahren können. Die völlig neuartigen Fasern können zudem beispielsweise selbstständig leuchten oder mittels hochempfindlicher Sensoren die Körperfunktionen desjenigen überwachen, der die jeweilige Textilie am Körper trägt. Im Hohenstein Institut in Bönnigen wurde nun zudem eine Textilie mit photochromen Eigenschaften entwickelt, die vor UV-Strahlung schützt.

Baubranche profitiert besonders

Nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels könnte Arbeitsbekleidung mit wirksamem UV-Schutz vor allem für ziemlich jede Bausparte von enormer Wichtigkeit sein und vom Straßen- bis zum Landschaftsbau in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz kommen.

Bei der Erforschung der neuartigen UV-abweisenden Textilien wurde vor allem auf zwei Elemente geachtet: Zum einen soll das neue Material seinem Träger über den gesamten Arbeitstag hinweg genügend UV-Schutz bieten. Auf der anderen Seite soll die UV-schützende Berufsbekleidung atmungsaktiv sein und damit auch bei hochsommerlichen Temperaturen hohen Tragekomfort bieten. Die bei derzeitigem Forschungsstand vorliegenden Materialien bieten einen UV-Schutz von 80 Prozent und schützen vor allem die Schultern und den Nackenbereich vor gefährlicher Sonneneinstrahlung. Wann die UV-schützende Berufsbekleidung tatsächlich in den Handel kommt, ist bislang allerdings noch nicht gewiss.