Sicherheit auf dem Bau
Immer wieder ist in den Medien von schweren Unfällen auf Baustellen zu lesen, bei denen sich Bauarbeiter teilweise lebensgefährlich verletzen. Arbeitsunfälle können überall passieren. So kann sich die Hausfrau mit dem Küchenmesser schneiden oder der Bäcker beim Herausholen der Brötchen am Backofen verbrennen. Doch Unfälle auf dem Bau sind besonders gefährlich. Ohne angemessene Schutzkleidung steigt das Risiko, sich zu verletzen, erheblich. Wird außerdem noch unkonzentriert arbeitet, erhöht sich das Unfallrisiko zusätzlich.
Unfallstatistik auf dem Bau
Am 28. April 2010 fand der diesjährige Internationale Arbeitsschutztag statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung hat die IG Bauen Agrar Umwelt den Arbeitsschutz in Deutschland an den Pranger gestellt. So machte die IG BAU darauf aufmerksam, dass vor allem auf dem Bau und in der Landwirtschaft die Unfallgefahr besonders hoch sei. Als Konsequenz daraus forderte die IG BAU die Bereitstellung zusätzlicher finanzieller Mittel und Sicherheitstechnik, um die Beschäftigten in diesen Sektoren besser zu schützen.
Nach den Angaben der IG Bauen Agrar Umwelt ereigneten sich im vergangenen Jahr auf den Baustellen in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 79 Unfälle mit tödlichem Ausgang. Nach bisherigen Angaben sind dabei fast 116.100 Bauarbeiter verunglückt. Im Bereich Landwirtschaft starben 2009 insgesamt 210 Menschen bei Unfällen. Insgesamt hat es im vergangenen Jahr in der Landwirtschaft circa 91.000 Unfälle gegeben.
Eine Vielzahl dieser Unfälle geschieht laut Angaben der IG BAU mit Baumaschinen und Erntefahrzeugen. Besonders häufig ist der sog. tote Winkel für die Unfälle verantwortlich. In vielen dieser Fälle kann der jeweilige Fahrer der Maschine von seinem Platz aus andere Arbeiter nicht sehen, die sich in der Nähe von Baggern oder Erntefahrzeugen aufhalten. So kann es schnell passieren, dass jemand angefahren oder zum Beispiel von der Schaufel eines Baggers getroffen wird.
Mehr Investitionen in die Arbeitssicherheit
Die Zahl der Unfälle könnte nach Ansicht von Dietmar Schäfers, dem Bundesvorsitzenden der IG BAU, erheblich verringert werden, wenn mehr in die Sicherheit investiert würde. Zum Beispiel müsse die so genannte Rückfahrsicherheit bei den großen Maschinen verbessert werden, die auf dem Bau und in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Gesenkt werden könnte das Unfallrisiko beispielsweise durch den Einsatz von Kameras, die am Heck eines Baggers angebracht werden. So würden auch Stellen einsehbar werden, die ansonsten im toten Winkel liegen. Dies sollte für die Produzenten von Baufahrzeugen und landwirtschaftlichen Maschinen per Gesetz vorgeschrieben sein. Sich bereits im Einsatz befindende Fahrzeuge sollten dementsprechend nachgerüstet werden.
Unfälle beim Hausbau
Um Kosten sparen zu können, packen viele Häuslebauer bei der Errichtung ihrer eigenen vier Wände selbst mit an. Auch hier ereignen sich jährlich viele Unfälle; die Verletzungsgefahr wird von vielen unterschätzt. Wer beim Hausbau selbst mit anpacken möchte, sollte deswegen nicht nur bestimmte Tätigkeiten eigenhändig erledigen können, sondern sollte unbedingt bestimmte Sicherheitsmaßnahmen einhalten.
Sicherheitsfaktoren beim Hausbau
Wer sich auf eine Baustelle begibt, sollte ausreichend vor möglichen Gefahren geschützt sein. So ist eine angemessene Arbeitsbekleidung in jedem Fall erforderlich. Durch eine angemessene Schutzbekleidung kann das Risiko, einem Unfall zum Opfer zu fallen, erheblich gesenkt werden. Im Arbeitsrecht, auf Baustellen sowie im Bereich des gewerblichen Hausbaus gelten bestimmte Sicherheitsnormen. Auf jeden Fall sollte während des Aufenthaltes auf einer Baustelle ein Helm sowie feste Sicherheitsschuhe getragen werden. Sie können sowohl bei Stürzen, als auch bei herunter fallenden Gegenständen die Verletzungsgefahr erheblich senken. Wenn sich alle Bauarbeiter an diese einfachen Sicherheitsregeln halten würden, wäre eine Vielzahl von Unfällen weitaus weniger schlimm ausgegangen.
Nach einer Untersuchung aus Österreich ist Unkonzentriertheit die häufigste Ursache von Unfällen auf Baustellen. Wer deshalb ausgeschlafen und konzentriert an die Arbeit geht, hat ein deutlich geringeres Risiko, sich zu verletzen. Bevor mit der Arbeit begonnen wird, sollten die Gefahrenquellen auf der Baustelle möglichst reduziert werden. Beispielweise sollten Absturzstellen ausreichend gesichert und das Baumaterial vorschriftsmäßig gelagert werden.